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Linke will Cannabis-Clubs eröffnen
Dienstag, 24.01.2012, FOCUSNeuer drogenpolitischer Kurs: Linke will Cannabis-Clubs eröffnen -
Herzlich Willkommen bei den akzeptierenden Eltern!
Pressemitteilung JES NRW e.V. vom 13.02.09
Pressemitteilung JES NRW e.V. vom 13.02.09
Anlässlich der aktuellen Vorgänge um die Bonner Substitutionspraxis äußert sich JES NRW, der Landesverband des bundesweiten JES-Netzwerks – „JES“ für die Selbsthilfe von Junkies,Ehemaligen und Substituierten – in folgender Weise.
Vorweg: Es steht JES NRW nicht an, die Art der Vergabe von Substitutionsmitteln durch die erwähnte Schwerpunktpraxis zu beurteilen. Hier besteht insgesamt ganz offenkundig noch reichlich Klärungsbedarf.Allerdings muss man sich die Frage stellen, warum diese Praxen mit oftmals mehreren hundert zu substituierenden Drogengebrauchern in dieser Form überhaupt nötig sind. Der Substituierte, der Abstand zur Szene bekommen will, ist in solchen Ballungszentren wohl kaum gut aufgehoben, denn es entsteht eine Art Ghetto. Optimal wäre daher aus unserer Sicht eine breite Verteilung auf Praxen im Umfeld der Substituierten, die jeweils etwa 10-20 Patienten behandeln.
Leider nimmt der bürokratische Aufwand speziell für substituierende Mediziner immer mehr zu. Das senkt die Bereitschaft der Ärzte, diese Form der Behandlung durchzuführen. In den letzten Jahren hat die Zahl der substituierenden Ärzte bereits signifikant abgenommen. Auch sehen einige der Ärzte Drogengebraucher offenbar als Risikopotential und haben folglich Bedenken, dass andere Patienten sich dadurch abgeschreckt fühlen.
Mathias Häde vom Vorstand JES NRW beklagt:
In ländlichen Regionen existieren oft gar keine Praxen, welche eine Substitutionsbehandlung anbieten. Drogengebraucher sind dort zu einer bisweilen unzumutbar weiten Anfahrt gezwungen. Viele von ihnen müssen diese Mühe sogar täglich auf sich nehmen. Mit einer Berufstätigkeit lässt sich dies kaum vereinbaren. Die für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient so wichtige freie Arztwahl wird dem Drogengebraucher auf die Weise nicht möglich.
JES NRW betont in diesem Zusammenhang, dass man den weitaus meisten Substituierten
ihren früheren Drogenkonsum nicht ansieht. Sie verhalten sich in den Arztpraxen in aller Regel völlig normal und unauffällig. Es sind Menschen wie du und ich. Menschen die, wenn sie krank sind, ortsnahe und möglichst wenig bürokratische ärztliche Hilfe benötigen.
Die Richtlinien für die Substitution sollten in der Form angepasst werden, dass sich der bürokratische Aufwand für den potentiell geeigneten und entsprechend qualifizierten Arzt in Grenzen hält und ihn nicht abschreckt. Die Take-Home-Vergabe sollte für stabile Patienten der Regelfall sein. Für den Idealzustand eines wirklich flächendeckenden und am Patienten orientierten Substitutionsangebots wäre dies bereits ein großer Schritt, so Mathias Häde von JES NRW abschließend.
Kontakt: Mathias Häde – mhaede@jesbielefeld.de – 0521 – 39 88 666
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